Judith Keller

Dipl.Sozialarbeiterin/Sozialtherapeutin Sucht verhaltenstherapeutisch 

Fachdienstleiterin TWG TWIST / Therapeutin im Chamäleon Stralsund e.V.

 judith.keller@chamaeleon-stralsund.de

 

Für welche Klienten bietet sich Deine Sozialtherapie/ Sucht verhaltenstherapeutisch orientiert an?

Sozialtherapie ist geeignet für Menschen, die ihre eigenen – oft gewohnheitsmäßig ablaufenden – Verhaltensmuster verändern möchten, welche ihrem Wohlbefinden im Wege stehen.

Im Einzelnen richtet sich die Sozialtherapie vor allem an Menschen mit:

Problemen mit Suchtmitteln

Ängsten/ Panikattacken

Depressionen/ selbstverletzendem Verhalten

Lebenskrisen

Stresssituationen

Trauer

Beziehungsproblemen

Persönlichkeitsproblemen

Defiziten im Bereich sozialer Kompetenzen

Das Ziel der Sozialtherapie ist, neue Einstellungen und Verhaltensweisen zu erarbeiten, die die Lebensqualität erhöhen. Im Vordergrund stehen aktuelle, unangemessene Verhaltensweisen oder dysfunktionale Denkmuster. In der Therapie wird davon ausgegangen, dass jedes Verhalten erlernt ist und deshalb wieder „verlernt“ und neu erlernt werden kann. Während der Therapie werden Strategien erarbeitet, die in vivo von dem Betroffenen geübt und in der nächsten Sitzung ausgewertet werden. Dadurch sollen alte, belastende Verhaltensweisen durch angemessene Verhaltensweisen ersetzt werden.


Was waren die Inhalte Deiner sozialtherapeutischen Ausbildung?

Das Hilfreiche während meiner Ausbildung war die Tatsache, dass wir alle therapeutischen Methoden in Kleingruppen zunächst an uns ausprobiert haben. Das hat den Effekt, ein Verständnis dafür zu bekommen, wie schwierig es für unsere Jugendlichen sein muss, sich auf einen therapeutischen Prozess einzulassen.

Grundlage der Ausbildung zum Sozialtherapeuten war die Vermittlung der Lerntheorien (Klassisches und Operantes Konditionieren, Lernen am Modell), da die Therapieform zwar auch die Ursachen in der Kindheit  berücksichtigt, das Hauptaugenmerk aber auf dem lerngeschichtlichen Hintergrund liegt.

Weitere Inhalte waren z.B.:

Diagnostische Verfahren bzw. Instrumente

Verbalisieren von emotionalen Erlebnisinhalten

Verhaltensanalyse

Progressive Muskelrelaxation

Störungsmodelle und Suchttheorien

Gruppentraining sozialer Kompetenzen

Rückfallprophylaxe

Behandlungsschritte bei Depressionen/ Suizidalität

Kognitive Therapie

Exposition

Rational- Emotive- Therapie

Problemlösetraining

Paartherapie

Sexuelle Funktionsstörungen

Achtsamkeitstraining

DBT

Skillstraining

Die verhaltenstherapeutische Weiterbildung des GVS wird seit 1993 von der Deutschen Rentenversicherung Bund (ehemals Verband Deutscher Rentenversicherungsträger) zur Anerkennung empfohlen.

Was ist dein persönlicher Schwerpunkt in der Sozialtherapie?

Mein persönlicher Schwerpunkt liegt in der Entwicklung/ Förderung sozialer Kompetenzen, der Suchtproblematik (Aufdecken der dem Verhalten zu Grunde liegenden auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren, Funktion des Konsums, Rückfallprophylaxe etc.)  und den Bindungsschwierigkeiten (Sensibilisierung, Problemlösetraining etc.) unserer Klienten.

Je nach Bedarf des Einzelnen verlagere ich meine Therapie aus dem herkömmlichen Setting (Therapieraum) nach draußen. Insbesondere Spaziergänge um den Teich und Autofahrten haben sich für mich als alternatives therapeutisches Setting bewährt, da es dadurch nicht zu einer typischen Face to Face- Situation  kommt und es damit den Jugendlichen leichter fällt, auch schwierige Themen anzusprechen und zu bearbeiten.

Welche Angebote bietest Du neben der Sozialtherapie noch an?

Bei Krisen bin ich Ansprechpartnerin für die Kollegen aber auch für die Jugendlichen, auch in Form von Rufbreitschaft außerhalb der normalen Arbeitszeit. Ansonsten versuche ich, alle Anforderungen, die an mich als Leiterin gestellt werden, zu erfüllen.

Ein Satz zum Schluss von Dir...

„Eine Person, die nie einen Fehler gemacht hat, hat nie etwas Neues probiert.“
Albert Einstein

Judith Keller



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