Kunsttherapie

Jens Kuhle

Dipl. Psychotherapeut Art

externer Mitarbeiter im Chamäleon Stralsund e.V.

 kuhlejens@t-online.de

 

Für welche Klienten bietet sich Deine Kunsttherapie an?

Bei der Kunsttherapie bedarf es keiner besonderen Voraussetzungen. Auch ob jemand malen kann oder nicht, ist kein Kriterium. Im Grunde gibt es auch keine Altersbegrenzung. Einzig das Bedürfnis, sich auch einmal kreativ äußern zu wollen, ist maßgebend. Das ist gerade in der von mir betreuten Altersgruppe, Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 20 Jahren, meistenteils gegeben. 


Was waren die Inhalte Deiner kunsttherapeutischen Ausbildung?  

Selbstredend bin ich darin ausgebildet künstlerisch-gestalterische Arbeitsmethoden anzuwenden und zu vermitteln. Der Aufbau eines tragfähigen therapeutischen Bündnisses mit den Klienten ist ein wichtiger Baustein therapeutischer Arbeit. Mein Masterstudium war hauptsächlich psychoanalytisch und psychodynamisch ausgerichtet.

So ist meine genaue Berufsbezeichnung auch Dipl. Art Psychotherapeut. Ergänzend habe ich Kenntnisse in systemischen Therapieformen und über Möglichkeiten verhaltenstherapeutisch orientierter Interventionen sowie eine Zusatzschulung in gewaltfreier Kommunikation (GFK).   

Neben der Arbeit in den therapeutischen Einzel- und Gruppensitzungen mit den Klienten kann ich durch diagnostische Hinweise und in Teamgesprächen beratend dazu beitragen, die Voraussetzungen einer erfolgreich positiven Entwicklung der Klienten in den Einrichtungen zu verbessern.

Was ist dein persönlicher Schwerpunkt in der Kunsttherapie im Chamäleon Stralsund e.V.?  

In erster Instanz hat dieser therapeutische Kontext die Aufgabe des Auffangens, situativen Haltens und der Reflexion über aktuelle seelische Befindlichkeiten und innerpsychische Problemlagen. Natürlich kommt es dabei auch zu einer Betrachtung der bisherigen Entwicklung der Klienten und deren Störungsbilder, wie z. B. Drogenproblematiken, innerseelische Belastungen, delinquentes Verhalten und andere.

So können, gemeinsam mit den Klienten, deren persönlichen Defizite benannt und hinterfragt werden. Die Kunsttherapie unterstützt die Klienten darin, Wege zu einem starken und gesunden Persönlichkeitsbild zu erarbeiten.

Bei Allem kann die bildkünstlerische Arbeit helfen und bietet eine andere, emotionalere Reflexionsebene. Auch ist es gerade für Jugendliche leichter, wenn anstelle des puren Redens ein kreatives Angebot steht. 

Welche Angebote bietest Du neben der Kunsttherapie noch an?

In der freien Kinder- und Jugendarbeit sehe ich die Gestaltung öffentlicher und sozialer Räume als ein Arbeitsfeld. Hier realisiere ich seit nunmehr 20 Jahren die vielfältigsten Projekte von Graffiti-Art bis hin zu großen Raumskulpturen aus Beton, Metall oder Holz. Die Ergebnisse sind vielerorts in Städten und Gemeinden, in Mecklenburg Vorpommern, Brandenburg und Berlin zu sehen.

Ein weiteres Arbeitsfeld sind Medienprojekte, vor allem im Printmedienbereich. Von der journalistischen Arbeit in Schülerzeitungen, Zeitungen und Broschüren über Jugendarbeit, bis hin zu Text, Bild und Layout-Gestaltungen in Buch-Projekten. 

Meine Themenbereiche beziehen sich hauptsächlich auf Reflexionen über sich und das eigene Lebensumfeld, Themen in der Peergroup, soziale Brennpunktthemen, Fragen der Zukunftsentwicklung, Demokratiebildung und Engagement gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.  

Ein Satz zum Schluss von Dir...

Je komplexer und komplizierter unsere Welt wird, umso vielfältiger kann sich die ganze Fülle des Lebens gegen uns wenden, wenn wir keine klare, stimmige innere Struktur haben. Gerade junge Leute brauchen ein klares Bild von sich, eine innere Bestätigung, damit sie ihren Lebensweg finden und gehen können.

Jens Kuhle



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