Familientherapie

Manja Bräuer

Erzieherin/Familientherapeutin

 

 manja.braeuer@chamaeleon-stralsund.de

 

Was waren die Inhalte Deiner familienherapeutischen Ausbildung?

Meine familientherapeutische Ausbildung ist systemisch ausgerichtet und gerade dieses lösungsorientierte Miteinander, ist etwas sehr Schönes. Da in diesem Arbeitsansatz immer davon ausgegangen wird, dass jeder Klient schon seine eigene Lösung auf Grund seiner Lebenserfahrungen in sich hat und nur der Weg zu dieser Lösung begleitet wird. Diese wertschätzende Arbeit miteinander, ermöglicht unseren Klienten ihre eigene Persönlichkeit beizubehalten und weiterzuentwickeln.

Neben den allgemeinen Anteilen der Familientherapieausbildung, wurden uns Werkzeuge, in Form von neuen Methoden, in die Hand gegeben, um individuell mit jedem Klienten zu arbeiten.

Schwerpunkt in meiner systemischen Familientherapieausbildung waren die sozialen Bezüge innerhalb des Familiensystems.

Was ist dein persönlicher Schwerpunkt in der Familientherapie im Chamäleon Stralsund e.V.?

Die systemische Familientherapie in unseren Einrichtungen wird vordergründig gesprächs- und verhaltensorientiert angeboten. Es kommt zu einer lösungsorientierten Bearbeitung von Trennungs-, Ablösungs- und anderen Problemen. Ziel ist es, Alle am System Beteiligten mit einzubeziehen, um eine Förderung des Selbstwertes und der Autonomie aller  Familienmitgliedes bzw. einzelner Familienmitglieder zu bewirken.

Außerdem wird über die Vergangenheit, die derzeitige Rolle im System und die daraus resultierenden Auswirkungen auf jeden Einzelnen reflektiert...Im besten Fall für den betreffenden Klienten wäre eine Verbesserung des Kommunikationsvermögens, um eigene Bedürfnisse und Wünsche verständlich für Alle im System Beteiligten, mitteilen zu können das Ziel familientherapeutischer Sitzungen.

Ein weiterer Bestandteil der Therapie liegt:

·       in der Erprobung alternativer Deeskalationsstrategien für Konflikt- und Alltagssituationen,

·       im Finden und Erkennen der Ressourcen und der eigenen Rolle im System, um alte festgefahrene Rollenfestschreibungen (Sündenbock) aufzubrechen.

Dem Alter entsprechend erhalten die Klienten Unterstützung in ihren Autonomiebestrebungen und mit den weiteren am System Beteiligten werden die neuen Rollenverteilungen besprochen,  im besten Fall toleriert und  akzeptiert.


Welche Angebote bietest Du neben der Familientherapie noch an?

Neben der Arbeit im Rahmen der systemischen Familientherapie habe ich mehrere Jahre die Klienten der Vor- und Nachsorgeeinrichtung „La Vida“ auf ihrem Weg in die Verselbstständigung und in den eigenen Wohnraum begleitet. Dies geschieht sowohl in der Einrichtung direkt durch individuelle Begleitungs-, Trainings- und Lernprozesse, als auch im Rahmen der ambulanten Nachbetreuung.

Besonders am Herzen liegt mir die Begleitung von jungen Eltern und deren Kinder auf dem Weg in eine selbstbestimmte und positive Zukunft. Gerade in diesem Bereich kommen meine Erfahrungen als Elterntrainerin zum Einsatz.

Ein Satz zum Schluss von Dir...

Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, denkt systemisch … ;-)

 

Manja Bräuer


Systemischer Familientherapeut - Thomas Lühe

Dipl.-Soz.Päd.(FH)

Systemischer Familientherapeut (SG) und Supervisor (SG)

 

 thomas.luehe@chamaeleon-stralsund.de

 

Als ich 2018 beim Chamäleon e.V. zu arbeiten begann...

war ich mitten im heißesten Sommer meines Lebens, was wortwörtlich zu verstehen ist. Puh, dachte ich, hier bin ich, ein wenig auf der Suche zu mir selbst, denn das was war, sollte nicht mehr sein und das was ist, muss irgendwie anders werden. Ich dachte in diesem Sommer 2018 daran, neben der Idee der „kleinen Selbständigkeit", all die Erfahrungen aus Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit/ Beratung, Supervision und Therapie zu bündeln, all den Menschen den ich bis dahin begegnet bin zu danken und endlich, nach vielen Jahren der sozialpsychiatrischen Tätigkeit, bei einem Jugendhilfeträger wieder tätig sein zu können. Ja, ich weiß, auch der Gedanke einen neu zu gründen, den hatte ich, doch dafür war der Sommer zu heiß …

Als „Wendekind" bin ich ja Umbrüche und neue Herausforderungen gewohnt und so freute ich mich auf die Idee und kam so mit Freunden in das eine oder andere Gespräch. So bekam ich von einem sehr guten Freund einen zielgerichteten Rat, es doch mal bei Chamäleon zu versuchen, was passen würde, so seine feste Überzeugung. Und ich befolgte den wohlwollenden Rat, bewarb mich initiativ bei Chamäleon dem „etwas anderen Therapiezentrum". Geduld, Witz, Beständigkeit, Fachlichkeit und Kreativität würden schon passen.

Ich war überrascht, wie herzlich schon das Erstgespräch in der Geschäftsstelle war, wohl auch nicht allein wegen meiner kurzen Hosen ;), die ich damals trug. Es kam schnell zum vertrauten fachlichen Austausch und gemeinsamen Verständnis, ja sogar schon mit Lösungen im Blick für spezielle Verhandlungspunkte, was mir sehr gefiel. So entstand wohl eine gemeinsame Idee in diesem kurzen Augenblick, die umgesetzt werden könnte, ein kleiner Funke, etwas Schönes, was sich zeigen kann und worauf ich mich freute.

Im Buch „Der kleine Prinz" (Le Petit Prince) vom französischen Autor Antoine de Saint-Exupéry, meinte der Fuchs zum kleinen Prinzen, dass er sich ihm vertraut machen müsse, welch eine geniale Idee … ,was mit Sicherheit auch zu „Pu der Bär" von Alan Alexander Milne passt, dessen Gedankenwelt und Perspektiven in Sachen Geduld, Weisheit und Charakterschärfe mich viel zum Lachen, Weinen und Nachdenken brachten. Wir sind eben doch mehr als die Summe des Gelebten, werden uns dessen in der Gegenwart bewusst, dass Veränderung für die Zukunft im Vertrauen in der Luft liegt. Wie aufregend!     

Die Arbeit mit den KlientenInnen, mit deren Familien, direkt und/ oder im Hintergrund, mit deren Geschichten, Ressourcen, Befindlichkeiten und Ausblicken ist hinsichtlich der Beziehungsarbeit meine Kernkompetenz. Meine Vision ist es, dass es normal ist Familien zu beraten, diese sich im Vertrauen Hilfe und Beratung suchen, bevor die Entwicklungsaufgaben Kinder und Eltern überfordern. Dass wir mehr niederschwellig vorsorgend, weniger nachsorgend agieren und uns die Frage stellen, was zu tun ist, um diese Familien zu verdienen, sich ihnen eben vertraut zu machen.

Puh, schön, dass ich bei Euch bin.

Thomas Lühe

 

 


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