Bienen ziehen bald wieder in die Waldimkerei im Bremerhäger Forst

 

Die Waldimkerei im Bremerhäger Forst wurde in den vergangenen beiden Jahren saniert. „Homeland Bremerhagen“ und Naturlehrpfad bilden eine Symbiose.

Die Waldimkerei im Bremerhäger Forst wurde in den vergangenen beiden Jahren saniert – unter anderem dank Spenden von Lesern der OSTSEE-ZEITUNG. Nun sollen auch wieder Bienenvölker einziehen.

Bremerhagen. Einsam und verlassen wirkt die Waldimkerei im Bremerhäger Forst. Zwar ist das Gelände drumherum gepflegt, aber von Bienen ist weit und breit nichts zu sehen. Dabei haben im Dezember 2016 zahlreiche OZ-Leser und Unternehmen viel Geld gespendet, damit das Gebäude der Landesforst wieder mit Leben gefüllt wird. Rückblick: Alljährlich ruft die OSTSEE-ZEITUNG ihre Leser auf, bei ihrer Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ für einen sozialen Zweck zu spendeten – im Dezember 2016 für die Sanierung der Waldimkerei. Damit sie als sogenanntes Grünes Klassenzimmer und als Imkerei genutzt werden kann. Rund 17.000 Euro kamen seinerzeit zusammen. Im Sommer darauf begannen die Arbeiten. Das alte Reetdach kam runter, Balken des Dachstuhls wurden ausgetauscht und das Dach schließlich mit Bitumschindeln eingedeckt. Kaputte Fensterscheiben wurden ersetzt und inzwischen auch die Elektrik komplett erneuert. Das gesamte Gebäude wurde entrümpelt, Wände neu verkleidet und auch ein Grünes Klassenzimmer eingerichtet.

OZ-Leser retten die Waldimkerei vor dem Verfall Kurz: Die Waldimkerei ist wieder zu einem Schmuckstück im Bremerhäger Forst geworden. Ohne die OZ-Weihnachtsaktion wäre sie dem Verfall preisgegeben worden, wie Revierförster Hendric Wojtek sagt. Dankbar für den Erhalt sei man seitens des Forstamtes, auch wenn das Geld bei Weitem nicht für die gesamte Sanierung gereicht habe. „Die Landesforst hat in etwa noch einmal die gleiche Summe investiert“, berichtet Wolfgang Behl, der beim Forstamt Poggendorf unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Bildergalerie: Aus maroder Waldimkerei wird Schmuckstück „Aber es summt da nicht eine Biene. Das Gebäude scheint völlig ungenutzt“, beschwert sich eine OZ-Leserin. Tatsächlich wird in der Waldimkerei, die im Jahr 1959 gebaut wurde, weder Honig produziert, noch leben dort Bienenvölker.

Bald summen auch wieder Bienen Revierförster Hendric Wojtek im Gespräch mit Thomas Breede und Daniel Fritz Noch nicht, wie bei einem Vor-Ort-Termin mit dem Revierförster Hendric Wojtek zu erfahren ist. Zwei junge Männer hat er zu diesem Termin eingeladen. Daniel Fritz und Thomas Breede – sie arbeiten bei dem Stralsunder Verein „Chamäleon“, der im vergangenen Jahr das einstige Schullandheim in Bremerhagen übernommen hat. Daniel Fritz ist Arbeitstherapeut, Thomas Breede beim Verein als Koch und technische Kraft angestellt. „Wir sind beide Jungimker“, erzählt Fritz. „Wir sind in den Anfängen einer Zusammenarbeit mit dem Verein“, erklärt schließlich Wolfgang Behl. So sich Verein und Forstamt einig werden, wollen die beiden Jungimker sechs sogenannte Ablegevölker in der Waldimkerei unterbringen. „Die produzieren zwar noch nicht gleich Honig, aber es summt dann hier wieder“, sagt Fritz.

„Homeland Bremerhagen“ und Naturlehrpfad bilden eine Symbiose Lange sei man seitens des Forstamtes auf der Suche nach einem Partner gewesen, der die Waldimkerei wieder mit Leben füllt. „Interessenten gab es einige, aber letztlich haben sich die Pläne immer zerschlagen“, erzählt der Revierförster. Dass sich nun eine Zusammenarbeit mit dem Verein „Chamäleon“ anbahnt, stimmt Wojtek hoffnungsvoll. Denn die einstigen Betreiber des Schullandheims, dass nun „Homeland Bremerhagen“ heißt, und der Förster im Bremerhäger Wald mit seinem Naturlehrpfad hätten immer eng zusammengearbeitet, voneinander profitiert. Ins Schullandheim konnten Schulkinder ihre Klassenfahrten unternehmen, im Wald Naturkunde hautnah erleben. Jetzt zieht es eher Privatpersonen am Wochenende in den Forst. „Dann sind hier immer viele Menschen unterwegs“, erzählt Wojtek. Schüler auf Klassenfahrt dagegen gebe es in Bremerhagen selten. „Bei 800 Kindern pro Jahr lagen wir mal, jetzt sind es 150 bis 200“, belegt Behl Wojteks Aussage mit Zahlen.

Das Ziel: Bienenstich im Grünen Klassenzimmer Aber das soll sich wieder ändern. Das Grüne Klassenzimmer könne bereits genutzt werden. Und auch die Imkerei solle, wenn es nach Daniel Fritz und Thomas Breede geht, für Schulklassen erlebbar werden. „Anfangen ist wichtig. Und dann Schritt für Schritt weitermachen“, sagt Fritz optimistisch. „Bis es dann irgendwann auch einen Kaffee und ein Stück Bienenstich an der Waldimkerei gibt“, steckt er ein Ziel. Mehr zu dem Thema: Alte Waldimkerei: Nichts summt mehr Waldimkerei: Rohr gegen Schindeln getauscht Schicke Imkerei durch bienenfleißige Spender

Aus der Geschichte 1959 wurde die Waldimkerei erbaut und stetig erweitert. Vorrangiger Zweck war die forstliche Nebenproduktion und die Ausbildung von Imkerlehrlingen. 120 Bienenvölker gab es zu Spitzenzeiten in der Waldimkerei. Ein bis drei Tonnen Honig und etwa 40 Kilogramm Wachs wurden jährlich gewonnen. Drei Lehrlinge wurden in der Waldimkerei Bremerhagen ausgebildet. Nach der Wende wurde nur noch stundenweise an den Bienen gearbeitet, bis der Betrieb der Imkerei 1999 schließlich vollständig eingestellt wurde.

Bild und Text Anja Krüger Ostsee-Zeitung Grimmen


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