Suchttherapeutin Pamela Griebe

Pamela Griebe

Apothekerin/Dipl.Sozialpädagogin/Suchttherapeutin systemisch/Paar- und Familientherapeutin i.A.

Mitarbeiterin im Chamäleon Stralsund e.V.

 pamela.griebe@chamaeleon-stralsund.de

 Für welche Klienten bietet sich Deine Suchttherapie an?

Durch die Möglichkeit, mich den unterschiedlichen Problemlagen unserer Bewohner sowohl durch verhaltenstherapeutische und/oder systemische Methoden anzunähern, ist die Therapie für alle Klienten geeignet, die ein Mindestmaß an Teilnahmebereitschaft mitbringen. Auch Neugierde ist ein guter Ausgangspunkt.

Suchtmittelabhängige,- bzw. suchtgefährdete Klienten profitieren ebenso wie unsere jüngeren Klienten mit Verhaltens,- und psychischen Auffälligkeiten. Das Thema ist nicht zwangsläufig die Sucht oder das süchtige Verhalten,-vielmehr geht es oft um Wut, Ängste, Beziehungsstörungen, innere Leere, fehlendes Selbstvertrauen, zerrüttete Elternhäuser, unbefriedigte Bedürfnisse und vieles mehr…

 

Was waren die Inhalte Deiner suchttherapeutischen Ausbildung?

 

Meine 21/2jährige Ausbildung zur Suchttherapeutin absolvierte ich am „Angermünder Institut für Suchttherapie und Suchtmedizin“. In dieser Zeit habe ich in der AHG Klinik Schweriner See ein sehr spannendes 3monatiges Praktikum mit Abhängigkeitserkrankten geleistet. Endlich Praxis! Und ich hatte Glück, mein Mentor traute mir einiges zu und ich nahm viel Wertvolles für meinen Weg von dort mit.

Die Ausbildung ist verhaltenstherapeutisch orientiert, mit Schwerpunkt „Sucht“. Die Verhaltenstherapie geht, salopp ausgedrückt, davon aus, dass Verhaltensweisen erlernt und auch wieder verlernt werden können. In der Therapie ist es meine Aufgabe, den Klienten dazu zu befähigen, alte (negative) Verhaltensweisen durch neue (positive) Verhaltensweise zu ersetzen. In der Verhaltenstherapie wird hier mit Verstärkern gearbeitet. Oftmals ist es auch sinnvoll, mit den Bewohnern an ihrer Wahrnehmung zu arbeiten um Gedanken wie z.B. „ich schaffe es doch nicht“ zu entwirren und eine reale Sicht auf die Dinge zu entwickeln.

In unserer Ausbildung ging es sowohl um verhaltenstherapeutische Standartmethoden (Verhaltensanalyse, Suchtanalyse, Konfrontationsverfahren, Desensibilisierung u.a.) als auch um die Diagnostik nach der ICD 10. Gesprächsführung, Entspannungsmethoden, Supervision, Fallanalysen, therapeutische Interventionen und vieles mehr gehörten ebenso zu meinen Ausbildungsinhalten.

 

Was ist dein persönlicher Schwerpunkt in der Suchttherapie im Chamäleon Stralsund e.V.?

 

Ohne eine tragbare therapeutische Beziehung ist Therapie aus meiner Sicht unmöglich, also beginnt jeder Prozess damit, die Beziehung aufzubauen und so zu gestalten, dass sie im besten Sinne „heilsam“ und korrigierend wirken kann.

Bezüglich der „Sucht“ geht es zuvorderst darum, Rückfälle zu vermeiden (z.B. durch geeignete Skills), aufzuklären sowie Rückfälle, die geschehen sind, aufzuarbeiten und im besten Fall aus ihnen zu lernen. Eine kontinuierliche Motivationsarbeit und entlastende Gespräche erachte ich als sehr wesentlich, um den langen Therapieprozess meinerseits zu begleiten.

Natürlich ist alles was dem problematischen Konsum voraus ging, Thema in der Suchttherapie, aber gemeinsam nach einem Weg zu suchen, ohne Suchtstoffe zufrieden das Leben zu meistern, halte ich für wesentlich bedeutender. Und wenn den Jugendlichen plötzlich Unerwartetes gelingt, für das sie Anerkennung ernten, ist das der beste positive Verstärker, den ich mir wünschen kann.

 

Welche Angebote bietest Du neben der Suchttherapie noch an?

 

Der Chamäleon e.V. hat neues therapeutisches Material eingekauft: die sogenannten „Therapiekoffer von Wilfried Schneider“. So gibt es nun den „Gefühlsstern“, das „Dramadreieck“ und die „Inseln der Gefühle“. Gemeinsam ist allen dreien, das mittels Symbolen den Gefühlen nachgespürt werden kann oder die Symbole werden gesetzt, wenn es keine Worte gibt, um auszudrücken, was belastet oder Angst erzeugt. Die Arbeit mit den neuen Materialien begeistert mich sehr und ich hoffe, die Koffer kommen oft zum Einsatz.

Eine andere Möglichkeit, Themen zu visualisieren, bietet das „Lebensbuch“. Gemeinsam mit dem betreffenden Bewohner begebe ich mich hierbei auf die Suche nach den kleinen und großen Kindheitserlebnissen, der Familie sowie den Freunden, Urlaubsreisen, Träumen und allem, was das junge Leben bis dato aufzuweisen hat. Ein klarer Vorteil des Lebensbuches: es wird mitgenommen, wenn die Therapie bei uns beendet ist.

Da ich mich in einer systemischen Ausbildung befinde, fließen natürlich auch systemische Methoden in meine Arbeit mit ein und ich arbeite einige Stunden pro Woche im Rahmen der ambulanten Betreuung, die ebenfalls durch den Chamäleon e.V. geleistet wird.

Ein Satz zum Schluss von Dir….

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ (Kant)

 

Pamela Griebe

 


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